Was heißt gelassen? Gewisse Spiele oder Auftritte stören mich genauso wie jeden anderen hier oder im Verein auch. Aber ich denke auch, dass es nicht immer an den falschen Entscheidungen im Verein liegt bzw. Spieler oder Trainer unpassend, unfähig oder zu schlecht sind.
Unser Problem, oder das Problem der Liga, im Sinne eines ausgeglichenen sportlichen Wettbewerbs, sind nicht all die unfähigen Manager, Trainer oder Spieler der Liga, sondern schlicht und ergreifend die drückende Überlegenheit der Bayern. Wenn sie es darauf anlegen, hat kein Team der Liga im sportlichen Wettbewerb eine Chance. Auf vielen Ebenen. (wirtschaftlich, sportlich, medial)
Stell dir mal vor, wir würden aktuell auf Platz 1 stehen und hätten so ein Talent wie Karl im Team. Wo es event. auch um eine Vertragsverlängerung geht. Katastrophe.
Wenn München Meister werden will, werden die das auch. Nimmt man die letzte Dekade, stehen die Chancen so etwa 1 zu 11 oder 12. Das kann man nicht planen. Das ist pures Glück oder Zufall, das man irgendwie zum zufälligen Zeitpunkt dann die richtige Mischung beieinander hat. (Bayer)
Ich sehe was ich sehe und bin der Meinung das man es besser händeln könnte. Ob dabei mehr Erfolg herauskommt, wer weiß. Es würde mich aber beruhigen, dass man es versucht. Und hier versucht man zur Zeit nichts. Offensiv ist die beste Verteidigung, wenn man(n) wie Kahn mal sagte "Eier hat". Angst kostet im Fußball definitiv Punkte. Mut kann Punkt holen. Zumindest in meiner Wahrnehmung.
Ich sag es mal so: Unter den gegebenen Umständen machen wir es strategisch als Verein nicht schlecht. Wir versuchen dem Rest der Liga gegenüber gesund zu wachsen. Unsere Konkurrenz ist ja nicht Bayern, das ist allenfalls der Maßstab. (Aber das kann auch erdrücken!) Unsere Konkurrenz besteht je nach Phase aus Leipzig, Stuttgart, Schalke, Hamburg, Bremen oder Leverkusen. Frankfurt. Und die haben situativ genau das gleiche Problem wie wir.
Und der Hauptverantwortliche hat keinen Mut. Wie soll es dann die Mannschaft haben. Bei uns wurden mal Spieler stark geredet. Ob Sie es wirklich waren ? Aber es war ein Urvertrauen da !!
Ich glaube, weder das Team noch der Trainer wollten gegen Freiburg oder auch Pauli nach der Roten unentschieden spielen. Mich ärgert der Ausgleich insofern auch. Mich hat auch der Ausgleich in Unterzahl gegen Pauli geärgert. (ähnlich gelagert) Ich denke aber auch, dass wir beide Spiele ohne Unterzahl gewinnen. Das ist mein Ansatz. Also diese ekelhaft positive Sichtweise.
In Unterzahl kann man immer Gegentore bekommen. Unabhängig vom Ansatz. Der Gegner wittert Morgenluft (Pauli), versucht nochmal alles und wenn die Bemühungen des Gegners Früchte tragen (Tore), verändert das immer auch das eigene Spiel. Rote Karten ziehen bei Fans regelmäßig den euphorischen Stecke. Da denkt ja niemand ernsthaft: "Oh, super, ne Rote. Jetzt können wir endlich loslegen ." Nee, da denken alle: "Shit. Hoffentlich hält die Abwehr." (grob)
Nimm das Spiel gegen Pauli. Man macht ein gutes Spiel, führt 3:1, der Gegner ist nach dem 3:1 mehr oder weniger aus dem Spiel. Jetzt bekommt der Gegner in der Schlussphase einen Elfer + die Überzahl, verwandelt, macht den Anschluss und bekommt nochmal die zweite Luft. Da denkt doch niemand auf dem Platz daran, wie man jetzt schnellst möglich noch das 4:2 hinbekommt. Weder Trainer noch Spieler.
Man muss nicht noch den Ausgleich kassieren, aber er ist auch psychologisch bedingt. Und ich halte nichts davon, so was einem Spieler oder event. auch Trainer vorzuhalten. (falsche Wechsel) Selbst das Ding gegen Juve ist nach dem Anschluss eine psychologische Geschichte. Es ist zum Teil auch pures Glück, ob der Gegner seine Chance dann zu nutzen weiß oder nicht. Aber Chancen bekommt er in solchen Situationen eigentlich immer.
Es wäre aber mal schön von Dir zu hören, wie Du Dir den BVB vorstellst oder ob alles einfach o.k. ist wie es ist ? Und wenn nicht alles o.k. ist, was soll geändert werden ?
Titel entspannen die Situation immer. Das ist doch völlig klar.
Mir ist aber relativ egal, wie und in welcher Weise wir das erreichen. Wenn wir mit Disziplin und defensiver Stärke die nötigen Siege einfahren ist mir das genauso recht, als wenn wir jeden Gegner mit offensiver Stärke überrennen. Defensive Stärke besagt nicht zwanghaft, alle Spiel mit 1:0 zu gewinnen oder 0:0 zu spielen. Es heißt nur, dem Gegner seinen offensiven Bemühungen den Zahn zu ziehen. Eine geschlossene Teamleistung brauchts aber in beiden Ansätzen, um es dann wirkungsvoll in die Tat umzusetzen.
Was mich eher nervt ist der Umstand, dass "normale Arbeitssiege" bei uns immer so einen negativen Touch haben. Und Niederlagen bzw. Unentschieden ständig mit einer Art Generalabrechnung in Verbindung stehen, weil der Maßstab eben die Konstanz/ Übermacht der Bayern ist. Wir haben aber nicht diesen Vorsprung zum Rest der Liga! Unsere Ausrutscher wären ohne die drückende Übermacht München gar nicht so das Problem. Sie werden aufgrund der Übermacht zum Problem.
Wie oft waren wir seit 2012 am Ende der Saison Zweiter? Und wer stand in 99 % der Fälle ständig an erster Stelle? Oft genug mit zweistelligen Abstand? Und wir haben da nicht ständig ängstlichen oder unattraktiven Fußball gespielt.
Gruß Ignazius